Was ist Eurythmie?

Sprache und Musik sind die differenziertesten, am weitesten entwickelten Ausdrucksmöglichkeiten, welche wir als Mensch zur Verfügung haben. Die Eurythmie entsteht aus dem Versuch, durch die Körperbewegung und durch Bewegungen im Raum diejenigen Elemente, die in Sprache und Musik im Flüchtig-Hörbaren leben, sichtbar zu machen. Eurythmie ist getanzte, sichtbar gemachte Sprache und Musik.

In ihrer 90-jährigen Geschichte hat sich die Bewegungskunst der Eurythmie weltweit und insbesondere in Mitteleuropa zu einem bedeutenden Kulturfaktur entwickelt. Im pädagogischen Konzept der Waldorfschulen spielt sie eine wichtige Rolle, zehntausende  von Schülern pflegen sie als „seelisches Turnen“. Unzählige Menschen schöpfen Kraft und Anregung aus Kursen und Seminaren, die inzwischen an den entlegensten Orten angeboten werden. Verschiedene Bühnenensembles bereichern die künstlerischen Bestrebungen im vielfältigen Umfeld der Nachbarkünste Musik, Theater und Tanz. Als Heileurythmie bildet sie einen wesentlichen Bestandteil der anthroposophisch erweiterten Medizin.

Rudolf Steiner

Die Frage nach dem Sinn des Menschseins und insbesondere
nach dem Sinn der Kunst stand im Zentrum der Bestrebungen vieler Menschen seit dem Beginn des 20 Jahrhunderts. Mit seiner „Weisheit vom Menschen“, der Anthroposophie, suchte Rudolf Steiner einen Weg zu weisen, den der Fragende auch als Künstler beschreiten kann. Und als es darum ging, aus dieser Suche heraus eine neue Bewegungskunst zu entwickeln, waren es die Sprache und die Musik die dabei Pate standen.

 

Geschichte der Eurythmie

Die Eurythmie entstand am Anfang des 20. Jahrhunderts. - Der Beginn dieses Jahrhunderts war geprägt durch die Suche nach neuen Tanzformen, zum Beispiel durch Rudolf von Laban, Isadora Duncan, Mary Wigman.

Rudolf Steiner hat mit seinem Lebenswerk, der Anthroposophie, einen Weg gewiesen, wie der heutige Mensch die "Grenzen der Erkenntnis"
erweitern kann. Dabei maß er den Künsten eine besondere Bedeutung zu. Zeitgleich mit dem Bau des 1. Goetheanums in Dornach, Schweiz, d.h. ab 1912, gab Rudolf Steiner die ersten Anregungen für eine neue Bewegungskunst, die Eurythmie, und entwickelte sie mit der damals 18-jährigen Lory Smits. Auf diese Weise hat er die erste Eurythmistin persönlich ausgebildet

 

Die Eurythmie in Berlin

Schon 1914 kam die bedeutende Eurythmistin Tatjana Kisseleff nach Berlin, um interessierten Menschen Kurse zu geben. Seit der Mitte der Zwanzigerjahre bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten bestand in Berlin eine Eurythmieschule, welche zunächst von Lidia-Arenson-Baratto (später Gentilli-Baratto) und dann von Martha Morell geleitet wurde.

Helene Reisinger (1902 – 1994) hat die Eurythmie in Berlin wieder heimisch gemacht. Nach der Verbotszeit während der Herrschaft des Nationalsozialismus hat sie hier eine Eurythmieausbildung und eine Bühnengruppe aufgebaut. Ihre Tochter Claudia Reisinger leitete die Schule seit 1974, ab 1999 übernahm Alois Winter diese Tätigkeit.

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